Ich bin von Euch gegangen,
nur für einen kurzen Augenblick
und gar nicht weit.
Wenn ihr dahin kommt,
wohin ich gegangen bin,
werdet ihr Euch fragen,
warum ihr geweint habt.

Lao Tse

 

Eines Tages ist es für jeden von uns so weit: wir müssen uns von unserem Hund verabschieden. Manchmal kommt der Tod so plötzlich und unerwartet, dass man noch nicht einmal Zeit hat, sich zu verabschieden. Bei anderen nimmt der Tod einen jungen Hund viel zu früh an der Pfote und geleitet ihn aus dem Leben. Manche Hunde sterben einen gewaltsamen Tod, andere schlafen friedlich ein. Wir haben es nicht in der Hand, wie das Ende sein wird. Wir werden es auch nicht verhindern können, so sehr wir es uns einerseits in dem schmerzvollen Moment der Trauer wünschen. Andererseits müssen wir lernen, den anderen gehen zu lassen. 

 

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Das haben wir in den letzten Jahren einige Male erfahren, geliebte Katzen und Hunde mussten wir gehen lassen. Im Februar 2010 starb unser Grieche Lewis. Er hatte Leishmaniose, lebte damit aber gut bis auf kleine Auffälligkeiten. Bis zu einem Tag im Januar. Ganz plötzlich wurde er schlapp, mochte kaum noch fressen und keinen Spaziergang mehr machen. Das Blutbild beim Tierarzt sprach Bände: Versagen der verschiedenen Organe, allen voran der Niere. Die Krankheit forderte ihren Tribut.
Wir hatten eine Woche Zeit, um nach 10 Jahren gemeinsamer Zeit Abschied voneinander zu nehmen. Im Nachhinein war diese schwere Woche eine der wichtigsten Zeiten in unserem Leben. Ich habe viel gelernt in dieser kurzen Zeit: Lewis zu begleiten bis zum letzten Atemzug. Mit ihm das Sterben zu erleben. Und letztendlich unseren geliebten vierbeinigen Partner gehen zu lassen. Verzweiflung, Trauer, Selbstzweifel, Kampfgeist und letztendlich unendliche Freude, einen wunderbaren Hund um uns gehabt zu haben waren meine Begleiter in der Woche. Wie wertvoll die Hilfe von verständnisvollen Personen im Familien- und Freundeskreis in dieser Zeit war, weiß ich ganz hoch zu schätzen. 

Leider mussten mein Mann und ich im Oktober 2011 von unserer griechischen Hündin Harris ebenfalls Abschied nehmen. Sie hatte Knochenkrebs und auch sie haben wir zu Hause beim Sterben begleitet. Ich verdanke ihr unendlich viel, hat sie mich doch während meiner beiden Hundetrainerausbildungen immer begleitet und wir haben eine ganze Menge voneinander gelernt!

 

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Im Dezember 2018 verstarben am gleichen Tag unsere steinalte griechische Katze und unser Rüde Cucco, der leider einen inoperablen Tumor hatte und nur im Alter von 8 Jahren verstarb. Auch hier habe ich ihn intensiv durch das letzte halbe Jahr begleitet und mit Hilfe meiner Tierärztin ihm den Abschied am Ende so leicht wie möglich machen können. Einen Tierarzt bzw. eine Tierärztin an seiner Seite zu haben, wo das gegenseitige Vertrauen groß ist, ist in einer solchen belastenden Situation von unschätzbarem Wert. 

Schwarzer Hund
                       Cucco, mach's gut!

Sprecht immer mit eurem Tierarzt bzw. eurer Tierärztin, ob er oder sie im Zweifelsfall auch nach Hause kommt, um dort Euer Tier einzuschläfern. Für viele Haustiere und ihre Menschen ist die Atmosphäre in einer Praxis zusätzlich belastend und verursacht Stress. Wenn man das vermeiden kann, so ist das für alle Beteiligten sehr hilfreich.

Bei der Auseinandersetzung mit dem Tod seines Hundes ist es sehr hilfreich zu wissen, wie es denn ganz praktisch weitergeht, wenn das Tier gestorben ist. Auf der folgenden Seite finden Sie dazu konkrete Hilfestellungen. 

 

 


Leider sind in den letzten Jahren schon einige der Hunde gestorben, die ich zusammen mit ihren Menschen im Training begleitet habe. Einige standen mir auch sehr nahe. Ihnen allen ist diese Seite gewidmet.